Die Anfänge der jüdischen Gemeinde in Břeclav lassen sich mit Sicherheit bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als in mehreren Quellen bereits eine jüdische Religionsgemeinde mit einer Synagoge erwähnt wird.
Ende des 19. Jahrhunderts reichte der Friedhofsbereich aufgrund des raschen Wachstums der jüdischen Gemeinde in Břeclav nicht mehr aus. Daher wurden zusätzliche Grundstücke von Fürst Johann II. von Liechtenstein erworben, die finanziellen Mittel stellten die Brüder Hermann und Jacob Kuffner zur Verfügung. Das ursprüngliche Leichenhaus wurde abgerissen, und das gesamte Areal wurde von einer Mauer aus Sichtziegeln und glasierten Formsteinen aus der Produktion der liechtensteinischen Keramikfabrik in Poštorná umgeben. Zum dominanten Bau des jüdischen Friedhofsareals wurde der neugotische Zeremoniensaal. Das Projekt stammt vom österreichischen Architekten Franz von Neumann Jr., Hauptmäzen war Moritz Kuffner.
Der Zeremoniensaal ist ein eingeschossiger Hallenbau mit Satteldach und Giebelfront. Das Innere wird von einem pseudogotischen Rippengewölbe mit historistischer Ausmalung dominiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Lager für Polsterer- und Drogeriewaren; sein schlechter Zustand machte in den 1990er Jahren zumindest eine grundlegende Reparatur des Daches erforderlich.
Im Jahr 2023 führte die Stadt Břeclav eine umfassende Restaurierung des Gebäudes durch, mit besonderem Augenmerk auf die Erhaltung und Restaurierung der einzelnen architektonischen Elemente und Flächen. Dies betraf insbesondere die Innenstuckarbeiten am wertvollen Rippengewölbe und an den polygonalen Gewölbeansätzen mit Basen und Kapitellen mit Akanthusmotiven. Nach Fragmenten der ursprünglichen historistischen Ausmalung wurden die Wand-Sgraffito-Bosierung, alttestamentliche Inschriften in Hebräisch und Deutsch sowie die Ausmalung der Nische an der Ostseite des Gebäudes erneuert. Ein wertvolles Beispiel der Produktion der liechtensteinischen Keramikfabrik des späten 19. Jahrhunderts ist auch der keramische Bodenbelag, der sich nahezu im ursprünglichen Zustand erhalten hat.
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