
| Wer | Jiří Bárta Violoncello Terezie Fialová Klavier Petr Dvorský Kontrabass Jiří Stivín Jr. Schlagzeug |
| Wo | Reithalle von Schloss Lednice (Eisgrub) |
| Programm | Johann Sebastian Bach (1685–1750) Suite für Violoncello Nr. 3 C-Dur, BWV 1009 Johann Sebastian Bach Gavotte h-Moll (Orchestersuite D-Dur, BWV 1068), arr. Jacques Loussier Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) Solfeggietto c-Moll, H 220, Wq. 117: 2, arr. Luca Sestak —Pause— Claude Bolling (1930–2020) Suite für Violoncello und Jazz-Klaviertrio Dresscode: Semi-Formal |
Vier tschechische Interpreten – der Cellist Jiří Bárta, die Pianistin Terezie Fialová, der Kontrabassist Petr Dvorský und der Schlagzeuger Jiří Stivín Jr. – begeben sich auf die schmale Grenze zwischen Jazz und Klassik. Nach Bachs Cellosuite erklingen Jazzvariationen über ein Thema von Bach von Jacques Loussier, und der Abend gipfelt in der Suite für Violoncello und Jazz-Klaviertrio von Claude Bolling.

Der führende tschechische Cellist Jiří Bárta studierte bei Josef Chuchr und Mirko Škampa in Prag, Boris Pergamenschikow in Köln sowie Eleonore Schoenfeld in Los Angeles. Er arbeitet regelmäßig mit namhaften nationalen und internationalen Orchestern sowie Dirigenten zusammen. Als geschätzter Gast gastiert er auf den bedeutendsten Bühnen und bei führenden Festivals weltweit, wo er gemeinsam mit renommierten Künstlern musiziert. Seine bei Supraphon erschienenen Aufnahmen der Bach-Cellosuiten sowie der Konzerte von Schostakowitsch und Dvořák wurden von der Zeitschrift Harmonie zweimal als beste Aufnahmen ihrer Kategorie ausgezeichnet. Die Londoner Zeitschrift Gramophone verlieh seinen CDs mit Kodálys Solosonate sowie den Cellokonzerten von B. Martinů, J. B. Foerster und J. Novák den Editor’s Choice. Für das bei der Deutschen Grammophon erschienene Album „Songs“ arbeitete er mit Magdalena Kožená zusammen, das mit dem Gramophone Award ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit dem Jazzquartett von Milan Svoboda nahm er zudem die Klassik-Jazz-CD „Znamení Střelce“ (Zeichen des Schützen) auf.
Der Dokumentarfilm des Tschechischen Fernsehens (Česká televize) „Můj pokus o mistrovský opus: Jiří Bárta versus Bachovy suity“ (Mein Versuch eines Meisterwerks: Jiří Bárta gegen Bachs Suiten) unter der Regie von Jakub Sommer wurde 2015 mit dem Hauptpreis Cirkom Price 2015 ausgezeichnet.
Beim Musikverlag Animal Music kehrte Bárta jüngst zu Bachs Cellosuiten zurück – diesmal jedoch auf dem Barockcello. Zudem nahm er dort gemeinsam mit der Pianistin Terezie Fialová sämtliche Sonaten für Klavier und Cello von Beethoven auf.
Neben dieser Tätigkeit engagiert sich Bárta auch als Organisator: 2008 gründete er das Internationale Kammermusikfestival in Kutná Hora mit und war 2014 Kurator bei Dvořáks Prag. Er spielt auf einem Cello des deutschen Geigenbaumeisters Dietmar Rexhausen.

Die junge tschechische Pianistin und gefragte Kammermusikerin Terezie Fialová absolvierte Klavier und Violine am Konservatorium in Brünn. Anschließend studierte sie an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag – jedoch ausschließlich im Fach Klavier unter der Leitung von Ivan Klánský. Es folgte ein Aufbaustudium in Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Niklas Schmidt sowie die Teilnahme an zahlreichen Meisterkursen. Sie ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe in Italien, den Niederlanden sowie Russland und gastiert bei renommierten Festivals im In- und Ausland.
Beim Festival Prager Frühling 2019 interpretierte sie gemeinsam mit dem Symphonieorchester der Stadt Prag (FOK) unter Leitung von Pietari Inkinen das Klavierkonzert von Petr Eben. Im selben Jahr gestaltete sie als Mitglied des Eben-Trios die tschechische Erstaufführung des Konzerts für Klaviertrio und Orchester „L’Isola della Città“ von Bent Sørensen. Zudem verantwortete sie die Uraufführung eines Klavierquartetts von Edward Nesbit sowie des Stücks „Smutek utek“ (Die Tat entkam) von Martin Smolka.
Als einzige tschechische Pianistin nahm Terezie Fialová 2013 an die renommierte Verbier Festival Academy in der Schweiz teil, eine erneute Einladung folgte 2017. Ihre Diskografie umfasst mehrere Aufnahmen; so wurde ihre Petr Eben gewidmete CD als „Recording of the Month“ sowie mit dem „IRR Outstanding“ ausgezeichnet. 2024 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Cellisten Jiří Bárta das Album „Janáček“ (Animal Music). Derzeit promoviert sie im Fach Interpretation und Interpretationstheorie an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag.

Der Kontrabassist Petr Dvorský absolvierte das Jaroslav-Ježek-Konservatorium in Prag bei Jaromír Honzák und setzte sein Studium des klassischen Kontrabassspiels privat bei Jan Kmenta, Václav Fuka und Jiří Valenta fort. Außerdem nahm er an Sommer-Jazzworkshops und Kursen im polnischen Puławy bei Warschau teil. Er arbeitet mit führenden tschechischen und ausländischen Jazzmusikern zusammen, und obwohl sein Schwerpunkt vor allem auf Jazz liegt, engagiert er sich auch in Projekten der klassischen Musik und anderer Genres.
Die tschechische Bühne betrat er als Mitglied des debütierenden Quartetts The Four, das 1990 den internationalen Wettbewerb des Jazzfestivals in Karlsbad gewann. Im Jahr 1992 gewann er mit dem Trio von Pavel Wlosok den zweiten Platz beim internationalen Wettbewerbsfestival Jazz Juniors im polnischen Krakau. Von 2004 bis 2013 war er Mitglied der Bigband des Tschechischen Rundfunks.
Derzeit tritt er regelmäßig mit den Ensembles Emil Viklický Trio und Quartet, Concept Art Orchestra, Adam Tvrdý Trio auf und gastiert in vielen anderen Projekten. Zu den internationalen Projekten gehört die ständige Zusammenarbeit mit Walter Fischbacher, mit dem er an dessen Soloprojekten mitwirkt und mit dem er häufig eine Reihe hervorragender Solisten begleitet. Im Jahr 2017 trat er mit dem Emil Viklický Trio feat. Ernie Adams im Metropolis Performing Arts Centre in Chicago auf.
Seit 1998 engagiert er sich in der Tschechischen Jazzgesellschaft nicht nur als Mitglied, sondern auch als Redakteur der Zeitschrift JAM sowie als Lektor und später als Direktor der Sommer-Jazzwerkstatt in Prag.

Der Jazz-Schlagzeuger Jiří Stivín wurde in Prag in eine Musikerfamilie geboren und widmet sich seit seiner frühen Kindheit den Schlaginstrumenten. Seit seinem 15. Lebensjahr spielt er in der Jazzband des Saxophonisten Jiří Stivín, mit der er Hunderte von Konzerten in Tschechien und im Ausland gegeben hat.
Er besuchte das Konservatorium in Prag bei Prof. Miloš Veselý. Im Jahr 2021 schloss er sein Masterstudium an der Akademie der musischen Künste in Prag im Fach Jazzmusik ab. Als Studiomusiker wirkte er an Dutzenden von CDs tschechischer und ausländischer Künstler aller Genres mit.
Derzeit ist er in den Gruppen Emil Viklický Trio, Radek Baborák Orquestrina, Adam Tvrdý Trio und vielen anderen tätig.