{"id":29022,"date":"2025-06-22T21:30:51","date_gmt":"2025-06-22T19:30:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lvhf.cz\/?p=29022"},"modified":"2025-06-22T21:31:14","modified_gmt":"2025-06-22T19:31:14","slug":"architektura-a-hudba-ostinato-a-repetitivni-struktury-v-architekture","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lvhf.cz\/de\/architektura-a-hudba-ostinato-a-repetitivni-struktury-v-architekture\/","title":{"rendered":"Architektur und Musik: OSTINATO und repetitive Strukturen in der Musik"},"content":{"rendered":"<p>Wie denken Sie \u00fcber Musik nach? Lassen Sie sie auf sich einwirken oder gehen Sie weiter und \u00fcberlegen, warum sie Sie gerade auf diese Weise bewegt?<br>\nUnd wie nehmen Sie den vom Menschen geschaffenen Raum wahr? Gibt es Orte, die eine Wirkung auf Sie haben? Haben Sie sich jemals mit dem Gedanken dar\u00fcber besch\u00e4ftigt, warum das so ist? Gibt es Orte, die Sie in \u00e4hnlicher Weise erheben wie Musik?<br>\nWenn Sie sich diese Fragen stellen oder zumindest von ihnen fasziniert sind, versuchen Sie, \u00fcber Ihre Orte nachzudenken und nehmen Sie an dem Vortrag, der Diskussion und dem Workshop teil, in dem die Architekten P\u0159emysl Koke\u0161 und Zuzana Ambro\u017eov\u00e1 versuchen werden, sich ihrer Wahrnehmung des Raums und seiner Gestaltung zu n\u00e4hern!<\/p>\n<p>Aber beginnen wir bei der Musik. In Anbetracht des Schwerpunkts dieses LVMF-Jahrgangs auf amerikanischer Musik und angesichts unserer Liebe zur minimalistischen Musik, die in Amerika geboren wurde, wollen wir uns ansehen, was die minimalistische Bewegung in der Musik eigentlich ist und warum es interessant ist, sie beim Nachdenken \u00fcber den Raum zu ber\u00fccksichtigen.<br>\nDer Minimalismus entstand in den USA in den sp\u00e4ten 1950er und fr\u00fchen 1960er Jahren. Er baut auf dem Werk von Jean Sibelius auf, und die Hauptakteure sind John Milton Cage, Michael Nyman, Tom Johnson, Steve Reich und Philip Glass. Wir sind weder Musikkritiker noch Theoretiker und leihen uns daher bei Richard E. Roddys seine Definition des Minimalismus in der Musik: \u201eMinimalistische Musik basiert auf der Wiederholung sich langsam ver\u00e4ndernder fortlaufender Akkorde in gleichm\u00e4\u00dfigen Rhythmen, oft \u00fcberlagert von einer lyrischen Melodie in langen Phrasenb\u00f6gen&#8230; Sie verwendet sich wiederholende melodische Muster, konsonante Harmonien, motorische Rhythmen und ein bewusstes Streben nach klanglicher Sch\u00f6nheit.\u201c<\/p>\n<p>Das Nachdenken \u00fcber die Musik, die Verkn\u00fcpfung von Noten, ihre Wiederholung oder umgekehrt die Trennung der Abschnitte bringt interessante Momente mit sich, die auch zum Nachdenken \u00fcber den Raum f\u00fchren, den wir alle gemeinsam erschaffen, den wir mehr nutzen als die Musik, und obwohl er genauso wie die Musik Emotionen in uns hervorruft, wissen wir sehr wenig \u00fcber ihn und lassen ihn oft unbeachtet. Wir haben sogar tats\u00e4chlich nur wenige Begriffe, um den Raum zu beschreiben und so entlehnen wir sie bereits seit&nbsp; Jahrhunderten gerade aus dem Bereich der Musik.<\/p>\n<p>Wenn der Minimalismus sich mit Wiederholung besch\u00e4ftigt, dem OSTINATO, dann ist die Wiederholung ein absolutes Schl\u00fcsselelement f\u00fcr die r\u00e4umliche Sch\u00f6nheit. Es geht nicht um die primitive Wiederholung eines einzelnen Tons, die wir in der zeitgen\u00f6ssischen Architektur so oft sehen k\u00f6nnen, sondern um die Wiederholung einer ganzen Phrase und deren Weiterentwicklung.<br>\nVersuchen wir, dies am konkreten Beispiel des Hauptplatzes in Tel\u010d zu erkl\u00e4ren. Das, was diesen Raum ausmacht, ist seine Dichte. Der Raum ist durchg\u00e4ngig, kontinuierlich, die Seiten des Platzes und ihre Stirnseiten basieren auf der Wiederholung von sich langsam ver\u00e4ndernden dekorativen Giebeln mit Fensterachsen in gleichm\u00e4\u00dfigen Rhythmen mit langen Arkadenbogenphrasen&#8230; Jedes Haus ist dem n\u00e4chsten eigentlich sehr \u00e4hnlich. Und doch unterscheiden sie sich leicht. Und gerade das Ma\u00df an Gleichheit und Unterschiedlichkeit ist ein sehr reizvoller Aspekt bei der Stadtgestaltung. Immer schon ist die Dichte des Raums der Stra\u00dfe, des Platzes oder des Gartens wichtig gewesen. Stra\u00dfen waren Orte des Lebens und der Begegnung, Pl\u00e4tze waren Orte f\u00fcr Feste, M\u00e4rkte und gro\u00dfe Versammlungen.<\/p>\n<p>Wir sind leicht von der Musik zum Raum \u00fcbergegangen, aber sicher erkennen Sie noch immer die \u00c4hnlichkeiten zwischen den beiden Disziplinen. \u00dcber die Freundlichkeit des Raums, seine Funktion, seinen Zweck, seine Definition, seine psychologische Wirkung und viele andere Aspekte, die offenkundig Grundlage unserer Wahrnehmung sind und an die wir uns in letzter Zeit in der Lage waren zu gew\u00f6hnen, kann man eine sehr lange Debatte f\u00fchren. Die zeitgen\u00f6ssische Architektur und insbesondere der Urbanismus, baut die H\u00e4user nicht mehr zueinander und der Raum zwischen ihnen wird nicht mehr auskomponiert. Wir haben unsere Denkweise ge\u00e4ndert, und statt einen urbanen Innenraum zu schaffen, bauen wir Geb\u00e4ude ohne Kontinuit\u00e4t und oft ohne Wiederholung des Grundrisses. Das eine kann ohne das andere nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen einheitliche Wohnsiedlungen wahrnehmen, aber diese Strukturen komponieren den Raum nicht. Sie suchen nicht danach, wie der Raum am besten bewohnt und genutzt werden kann, sondern besch\u00e4ftigen sich technokratisch mit den Menschen und der Gesellschaft, allein unter dem Aspekt der Sonneneinstrahlung und des effizienten Personentransports. Au\u00dferdem wird bei diesen Strukturen das Ostinato durch den dumpfen Rhythmus des immer gleichen Tons ersetzt \u2013 das ist eine Monotonie. Die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert, aber die Kontinuit\u00e4t der neuen Stadtviertel ist nicht gegeben. Als Reaktion auf die monotonen Viertel haben wir die \u00c4sthetik der Geb\u00e4ude ver\u00e4ndert, aber die H\u00e4user, aus denen sich die St\u00e4dte zusammensetzen, haben keinen Bezug zueinander. Sie werden zu Objekten, die extrem individualisiert und um jeden Preis unterschiedlich sind, sie verlieren jedoch ihre Wiederholbarkeit. Insgesamt bringt der Urbanismus den Menschen nicht die F\u00e4higkeit, sich mit einem Ort zu identifizieren.<\/p>\n<p>Jeder von uns begegnet der Architektur vor allem bei der Gestaltung des eigenen Wohnungsinnenraums, eines Hauses oder zumindest des Gartens. Aber es ist auch wichtig, wie einladend und nah der Raum in \u00f6ffentlichen Bereichen f\u00fcr uns ist. Lassen Sie uns gemeinsam dar\u00fcber nachdenken, wo und warum es sich an einem Ort gut lebt. Dar\u00fcber, wie wir hier auf der Erde am besten leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><noscript><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-29024 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-320x400.jpg\" alt width=\"320\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-320x400.jpg 320w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8.jpg 1638w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\"><\/noscript><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-29024 aligncenter lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20320%20400%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"320\" height=\"400\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20320%20400%22%3E%3C%2Fsvg%3E 320w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" data-srcset=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-320x400.jpg 320w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8.jpg 1638w\" data-src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Zuzana-Ambro-a-Premek-Kokes_Marcus-Cafe-portrait_TomasHavel-8-320x400.jpg\"><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Autoren: <strong>Doc. Ing. Zuzana Ambro\u017eov\u00e1, Ph.D.<\/strong>, &amp; <strong>MgA. P\u0159emysl Koke\u0161<\/strong> (Kokes&#8217;Ambro)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vortragsvorschau: <strong>14. Oktober 2025 | 17:00 Uhr | Galerie Z\u00e1vodn\u00fd<\/strong><\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie denken Sie \u00fcber Musik nach? Lassen Sie sie auf sich einwirken oder gehen Sie weiter und \u00fcberlegen, warum sie Sie gerade auf diese Weise bewegt? Und wie nehmen Sie den vom Menschen geschaffenen Raum wahr? Gibt es Orte, die eine Wirkung auf Sie haben? 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