{"id":29017,"date":"2025-06-22T21:24:32","date_gmt":"2025-06-22T19:24:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lvhf.cz\/?p=29017"},"modified":"2025-06-22T21:24:32","modified_gmt":"2025-06-22T19:24:32","slug":"cesta-americkych-rostlin-a-drevin-do-unikatni-krajinarske-kompozice-lednicko-valtickeho-arealu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lvhf.cz\/de\/cesta-americkych-rostlin-a-drevin-do-unikatni-krajinarske-kompozice-lednicko-valtickeho-arealu\/","title":{"rendered":"Die Reise amerikanischer Pflanzen und Geh\u00f6lze in die einzigartige Landschaftskomposition der Region Lednice-Valtice"},"content":{"rendered":"<p>Die Region Lednice-Valtice ist Teil eines uralten Siedlungsgebiets. Im Jahr 1391 begann die Verwaltung des Areals durch einen einzigen Besitzer und anscheinend hat sich bereits Johann VI. von Liechtenstein in Lednice eine der damaligen Mode entsprechende Renaissance-Residenz in Form einer italienischen Villa errichtet, denn er hatte diesen Ort f\u00fcr seinen Wohnsitz erw\u00e4hlt. Da die Umgebung von Schloss Valtice kein gro\u00dfz\u00fcgigeres Gartenprogramm zulie\u00df, kristallisierte sich Lednice bereits im 16. Jahrhundert als Zentrum heraus, um das herum nach und nach Gartenwerke komponiert wurden.<\/p>\n<p>Der erste gro\u00dfe Ausbau der G\u00e4rten von Lednice begann unter F\u00fcrst Karl Eusebius von Liechtenstein, doch ihre heutige Form erhielten sie erst unter der Anleitung des Br\u00fcderpaars Alois I. und Johann I. von Liechtenstein.<\/p>\n<p>Alois I. wurde 1781 F\u00fcrst, und aus der Karte von 1799 geht hervor, dass er trotz seiner Kenntnisse der so genannten modernen Gartengestaltung immer noch den Instruktionen von F\u00fcrst Karl Eusebius und den Prinzipien des franz\u00f6sischen Gartens folgte, den er mit baulich dominanten Punkten im Sinne des anglo-chinesischen Gartens ausstattete &#8211; vielleicht passte diese Form besser zur freimaurerischen Symbolik. W\u00e4hrend die Vegetationskomponente noch auf den Prinzipien des franz\u00f6sischen Gartens basierte, wurden Wahrzeichen als Aussichtspunkte errichtet, die von den Geb\u00e4uden in Kew Garden in London inspiriert waren, (die Bogenbr\u00fccke \u00fcber die Thaya, die nachgeahmten Ruinen des Triumphbogens, das Blockhaus in Form eines Holzsto\u00dfes, das gotische Haus, die Eish\u00fctten, die barocken Stallungen und Reitst\u00e4lle, die Brunnen des Schwanensees, das Minarett). In der Mitte des Sternparks lie\u00df er einen Sonnentempel errichten. Das Gartenprogramm weitete er bis auf das linke Ufer des Schlosskanals der Thaya aus.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Fl\u00e4che Liechtensteins bestand jedoch aus W\u00e4ldern, die allerdings Ende des 18. Jahrhunderts w\u00e4hrend der aufkommenden industriellen Revolution mit dem rasch wachsenden Holzverbrauch nicht mehr mithalten konnten. Zu dieser Zeit war bereits bekannt, dass nordamerikanisches Holz schnell wuchs und eine gute Holzqualit\u00e4t lieferte und 1802 wurde auf Kosten des F\u00fcrsten eine spezielle Expedition nach Nordamerika geschickt. Die Expedition leitete Joseph van der Schott (1770-1812), der Oberg\u00e4rtner des Botanischen Gartens der Universit\u00e4t Wien. W\u00e4hrend der vierj\u00e4hrigen Forschungsarbeiten gelangten \u00fcber Plymouth und Hamburg 130 Kisten und F\u00e4sser mit Samen und Jungpflanzen nach Lednice. F\u00fcr sie wurden hinter dem Minarett Baumschulen eingerichtet, die bereits 1808 nicht nur innerhalb der Monarchie, sondern nach ganz Europa zu verkaufen begannen.<\/p>\n<p>Als F\u00fcrst Alois I. 1805 starb, nahm sich sein j\u00fcngerer Bruder F\u00fcrst Johann I. von Liechtenstein der Fortf\u00fchrung der Arbeiten an und alle f\u00fcrstlichen G\u00e4rten erfuhren eine radikale Wandlung. F\u00fcrst Johann I. war ein begeisterter Erbauer von Schl\u00f6ssern und kleinen Bauwerken in der Landschaft. Sein Hauptwerk ist die Gestaltung der Region Lednice-Valtice und insbesondere des Schlossparks von Lednice, mit dem Ziel, ihn vor \u00dcberschwemmungen zu sch\u00fctzen, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts regelm\u00e4\u00dfig die Auen der Thaya-Ufer \u00fcberfluteten.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck sollte ein riesiger Ziersee ausgehoben werden, wobei das Material dazu verwendet werden sollte, den Horizont des umliegenden Gel\u00e4ndes \u00fcber das Hochwasserniveau anzuheben und drei Inseln zu schaffen. Der urspr\u00fcngliche Plan sah vor, eine Reihe neuer Geb\u00e4ude zu errichten und nur die Umgebung der \u00e4lteren Geb\u00e4ude umzugestalten, doch w\u00e4hrend der Umsetzung kam es zu etlichen Ver\u00e4nderungen. Der Park von Lednice&nbsp; wurde allm\u00e4hlich von den alten Staffagegeb\u00e4uden \u201eges\u00e4ubert\u201c (Gotisches Haus, k\u00fcnstliche Ruinen des Triumphbogens, Sonnentempel), und nur die wertvollsten blieben erhalten &#8211; der Chinesische Pavillon (erst 1892 entfernt) und das Minarett.&nbsp; Das Motiv der Bauwerke wurde der Region jedoch nicht entrissen, anstelle von \u201eH\u00e4uschen\u201c im Park wurden \u00fcberall in der Landschaft monumentale und sehr \u00fcberzeugende architektonische Wahrzeichen errichtet. Anstelle des Gotischen Hauses eine k\u00fcnstliche Ruine einer gotischen Burg (Janohrad, 1807-1810), anstelle einer Nachahmung der Ruinen des Triumphbogens der Rendezvous-Triumphbogen (1810-1812) und die Kolonnade auf dem Rajstna (1811-1817), usw. Das anglo-chinesische Gartenprojekt pr\u00e4gte somit mehr als 200 km2 der umliegenden Landschaft anstelle der 200 Hektar des Schlossparks. Die zweistufige Anwendung der Prinzipien des anglo-chinesischen Gartens (Phase 1 im Ma\u00dfstab eines Schlossgartens, Phase 2 im Ma\u00dfstab einer gro\u00dfen Landschaft) war einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die Region Lednice-Valtice 1996 in die Welterbe-Liste&nbsp; der UNESCO aufgenommen wurde.<\/p>\n<p>Im Jahr 1836 starb F\u00fcrst Johann I. von Liechtenstein. Die Region Lednice-Valtice, genannt der&nbsp; Garten Europas, war damals noch ber\u00fchmter als im 17. Jahrhundert, und nach dem Ausbau der Eisenbahnstrecke von Wien nach Br\u00fcnn wurde es zum Ziel vieler Ausfl\u00fcge sowohl von Wien als auch auch von Br\u00fcnn aus.<\/p>\n<p>Das Ende des sogenannten langen Jahrhunderts brachte die letzte Welle der Gartengestaltung. F\u00fcrst Johann II. von Liechtenstein beschloss, den Schlossgarten zu erweitern. Er erstand 40 H\u00e4user und lie\u00df sie zwischen 1873 und 1887 abrei\u00dfen. Die frei gewordene Fl\u00e4che erm\u00f6glichte die Anlage eines gro\u00dfz\u00fcgigen Regelgartens mit Sammelbosquetten und Broderie; \u00f6stlich dieses Regelgartens entstand ein neuer malerisch-landschaftlicher Abschnitt im Geiste der Lednice-Tradition, reich bepflanzt mit Koniferen, vor allem aus der westlichen H\u00e4lfte Nordamerikas; weiter \u00f6stlich wurde ein Alpinum gepflanzt, und dahinter ging es weiter mit Gew\u00e4chsh\u00e4usern und Fr\u00fchbeeten. Der neue K\u00fcchengarten, der von einer Mauer umschlossen war, befand sich neben dem Kanal, der den Rosenteich entw\u00e4sserte. Die Ufer des Teiches waren weiters mit den damals modernen Baumsorten bepflanzt, die in Gartengesch\u00e4ften, auf Ausstellungen und Messen erworben wurden. Eine Ausnahme bildeten die Silberfichten vor dem Gew\u00e4chshaus, die der Oberg\u00e4rtner des Schlossgartens und Hofrat Dr. h.c. Wilhelm Lauche pers\u00f6nlich, angeblich aus Amerika, mitgebracht hatte. Zeitgleich mit dem Bau des neuen Gartens wurde der alte Park \u201everwildert\u201c, damals begann man, ihn Wildpark oder Naturpark zu nennen. Der chinesische Pavillon, die Anlegestelle und einige Br\u00fccken wurden entfernt.<br>\nNoch vor dem Ersten Weltkrieg entstand so ein Garten in Lednice, dem es an keinem der obligatorischen Bestandteile eines viktorianischen Gartens fehlte (Pflanzen- und Baumsammlungen, Blumenbeete, ein K\u00fcchengarten mit Gew\u00e4chsh\u00e4usern und Fr\u00fchbeet, ein Alpinum und ein Wildpark). Der spezifische Charakter des Gartens von Lednice wurde durch die massive Bepflanzung mit Koniferen und immergr\u00fcnen Pflanzen erlangt.<\/p>\n<p><noscript><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-29019 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-306x400.jpg\" alt width=\"306\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-306x400.jpg 306w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-783x1024.jpg 783w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-768x1004.jpg 768w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-1175x1536.jpg 1175w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak.jpg 1275w\" sizes=\"(max-width: 306px) 100vw, 306px\"><\/noscript><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-29019 aligncenter lazyload\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20306%20400%22%3E%3C%2Fsvg%3E\" alt width=\"306\" height=\"400\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%22http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%22%20viewBox%3D%220%200%20306%20400%22%3E%3C%2Fsvg%3E 306w\" sizes=\"(max-width: 306px) 100vw, 306px\" data-srcset=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-306x400.jpg 306w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-783x1024.jpg 783w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-768x1004.jpg 768w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-1175x1536.jpg 1175w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-229x300.jpg 229w, https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak.jpg 1275w\" data-src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/PORTRET_Novak-306x400.jpg\"><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Textautor: <strong>Ing. Zden\u011bk Nov\u00e1k<\/strong>, Generaldirektor des Nationalen Landwirtschaftsmuseums<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vortragsvorschau:<strong> 13. Oktober 2025 | 17:00 Uhr | Nationales Landwirtschaftsmuseum<\/strong><\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Region Lednice-Valtice ist Teil eines uralten Siedlungsgebiets. Im Jahr 1391 begann die Verwaltung des Areals durch einen einzigen Besitzer und anscheinend hat sich bereits Johann VI. von Liechtenstein in Lednice eine der damaligen Mode entsprechende Renaissance-Residenz in Form einer italienischen Villa errichtet, denn er hatte diesen Ort f\u00fcr seinen Wohnsitz erw\u00e4hlt. 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