{"id":13467,"date":"2021-08-30T21:16:00","date_gmt":"2021-08-30T19:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lvhf.cz\/?page_id=13467"},"modified":"2023-07-14T10:26:45","modified_gmt":"2023-07-14T08:26:45","slug":"program-koncertu-concerto-aventino","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lvhf.cz\/de\/program-koncertu-concerto-aventino\/","title":{"rendered":"Konzertprogramm | Concerto Aventino"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Konzertprogramm<\/h2>\n<p>&nbsp;<br>\n<strong>Antonio Vivaldi<\/strong> (1678\u20131741)<br>\nConcerto da camera a-Moll RV 108<br>\nI. Allegro<br>\nII. (Largo)<br>\nIII. (Allegro)<br>\n<br>\n<strong>Nicolas Ch\u00e9deville<\/strong> (1705\u20131782)<br>\nKonzert Nr. 1 E-Dur\u201eLe Printemps\u201c (Der Fr\u00fchling) aus der Sammlung \u201eLes saisons amusantes\u201c Op. 8 (nach Vivaldi)<br>\nI. Allegro<br>\nII. Largo<br>\nIII. Danza pastorale. Allegro<br>\n<br>\n<strong>Antonio Vivaldi<\/strong><br>\nConcerto D-Dur RV 90 \u201eDel gardellino\u201c (Stieglitz)<br>\nI. Allegro<br>\nII. Largo<br>\nIII. Allegro<br>\n<br>\n\u2013 Pause \u2013<br>\n<br>\nConcerto da camera g-Moll RV 105<br>\nI. Allegro<br>\nII. Largo<br>\nIII. (Allegro)<br>\n<br>\nConcerto intitolato g-Moll RV 104 \u201eLa notte\u201c (Die Nacht)<br>\nI. Largo<br>\nII. Fantasmi. Presto (Trugbilder)<br>\nIII. Largo. Andante<br>\nIV. Presto<br>\nV. Il sonno. Largo (Schlaf)<br>\nVI. Allegro<br>\n<br>\nConcerto F-Dur RV 98 \u201eLa tempesta di mare\u201c (Meeresunwetter)<br>\nI. (Allegro)<br>\nII. Largo<br>\nIII. Presto<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Jakub Kydl\u00ed\u010dek<\/strong>, Blockfl\u00f6te &#038; k\u00fcnstlerische Leitung<br>\n<strong>Ji\u0159\u00ed Sycha<\/strong> &#038; <strong>Vojt\u011bch Jakl<\/strong>, Barockvioline<br>\n<strong>Tereza Samsonov\u00e1<\/strong>, Barockoboe<br>\n<strong>Michaela Bieglerov\u00e1<\/strong>, Barockfagott<br>\n<strong>V\u011bra Kousal\u00edkov\u00e1<\/strong>, Barockcello<br>\n<strong>Luk\u00e1\u0161 Vendl<\/strong>, Cembalo &#038; Orgelpositiv<br>\n<strong>Barbora Hulcov\u00e1<\/strong>, Theorbe<br>\n&nbsp;<\/p>\n<h2>Concerto Aventino<\/h2>\n<p>&nbsp;<br>\nConcerto Aventino wurde 2009 vom Fl\u00f6tisten und Musikologen Jakub Kydl\u00ed\u010dek gegr\u00fcndet. Vorrangiges Interesse des Ensembles geh\u00f6rt europ\u00e4ische Musik des 16.-18. Jahrhunderts und seine Vorliebe f\u00fcr thematische Dramaturgien aus weniger bekannten, jedoch hochwertigen Kompositionen dieser Epoche. So entstanden interessante Programme wie <em>Concerti de Napoli<\/em> (italienisches Repertoire um 1700), das Projekt <em>Explorationen-Traditionen<\/em>, wobei das Ensemble gemeinsam mit dem Leipziger Michaelis Consort Alte Musik und Film miteinander verkn\u00fcpft hat, kollektive Auff\u00fchrungen von Werken Jean-F\u00e9ry Rebels, Georg Muffats und Francesco Onofrio Manfredinis oder das Programm <em>Sacra et concentus<\/em>, das sich mit fl\u00e4mischer Polyphonie des 15. und 16. Jahrhunderts besch\u00e4ftigt. Das Ensemble engagiert sich auch im Operngenre, f\u00fcr das Festival Smetanova Litomy\u0161l studierte es H\u00e4ndels Oper <em>Aci, Galatea e Polifemo<\/em> und <em>Paris und Helena<\/em> Christoph Willibald Glucks ein. Es f\u00fchrte au\u00dferdem die tschechische Premiere von <em>Les amours de Ragonde<\/em> von Jean-Joseph Mouret auf. Seine au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistung war das Herausbringen der eigenen Edition und deren anschlie\u00dfende Auff\u00fchrung des <em>Kodex Speci\u00e1ln\u00edk<\/em>, oder auch <em>Speci\u00e1ln\u00edku kr\u00e1lov\u00e9hradeck\u00e9ho<\/em>, einer tschechischen handschriftlichen Schl\u00fcsselquelle der fr\u00fchen Renaissancepolyphonie vom Ende des 15. Jahrhunderts. Auch was das Schaffen Antonio Vivaldis angeht, sucht sich das Ensemble eher weniger frequentierte Werke heraus. Zu ihren bisher gr\u00f6\u00dften Vivaldi Projekten geh\u00f6rt die Auff\u00fchrung seiner Motetten.<br>\n&nbsp;<\/p>\n<h2>Jakub Kydl\u00ed\u010dek<\/h2>\n<p>&nbsp;<br>\nJakub Kydl\u00ed\u010dek l\u00e4sst sich als ein Musiker mit sehr breitem Spektrum charakterisieren, der sich stark f\u00fcr die Musik des 14.-18. Jahrhunderts interessiert. Er studierte Blockfl\u00f6te und Dirigat am Konservatorium Pilsen und zuletzt an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis in der Schweiz, wo er sich im Rahmen seines postgradualen Studiums auf die Interpretation von Musik des sp\u00e4ten Mittelalters und der fr\u00fchen Renaissance spezialisierte. Im Rahmen einer Reihe von Meisterkursen bildete er sich zudem in den Bereichen Dirigat und historische Improvisation weiter und promovierte dazu noch im Fach Historie an der Philosophischen Fakult\u00e4t der Westtschechischen Universit\u00e4t Pilsen, ausgerichtet auf Nahoststudien und die arabische Sprache mit Studienaufenthalten an der Universit\u00e4t Damaskus in Syrien und dem Institute Bourguiba in Tunesien. Auf dem Feld der Alten Musik arbeitet er mit bekannten tschechischen Gruppen wie dem Collegium 1704, dem Collegium Marianum, dem Czech Ensemble Baroque und der Schola Gregoriana Pragensis zusammen, mit denen er sich auf renommierten Konzertpodien (Semperoper in Dresden, Grand Th\u00e9\u00e2tre de Luxembourg) und auf internationalen Festivals (Prager Fr\u00fchling, Salzburger Festspiele) pr\u00e4sentierte. Im Jahr 2009 formierte er sein eigenes Ensemble Concerto Aventino und ist au\u00dferdem Gr\u00fcndungsmitglied des Blockfl\u00f6tentrios Tre Fontane. Neben seiner Konzertt\u00e4tigkeit leitet er die Blockfl\u00f6tenklasse und das Barockorchester am Prager Konservatorium, seit 2018 unterrichtet er Blockfl\u00f6te an der Masaryk Universit\u00e4t Br\u00fcnn.<br>\n&nbsp;<\/p>\n<h2>\u00dcber das Programm<\/h2>\n<p>&nbsp;<br>\n<em>\u201eConcerti da camera von Antonio Vivaldi regen direkt zum spontanen Musizieren an, sind einzigartig in ihrer Spontaneit\u00e4t. Sie erinnern mich an eine kleine Jam-Session, die einem viel k\u00fcnstlerische Freiheit und eine Reihe unerwarteter, ungeplanter Momente bringt.\u201c <\/em>(Jakub Kydl\u00ed\u010dek)<br>\n&nbsp;<br>\n<strong>Antonio Vivaldi<\/strong> schrieb 22 sogenannte Concerti da Camera, Kompositionen f\u00fcr kleinere Besetzungen, in denen er mehr als zwei Instrumente miteinander verbindet. Daher das Wort Concerto oder auch Zusammenklang. Die ganze Serie entstand als Ganzes um 1720, als Vivaldi in Mantua war. Nicht zuletzt deshalb wird spekuliert, dass er es im Auftrag eines unbekannten Kunden geschrieben hat, nicht f\u00fcr seine Sch\u00fclerinnen am Ospedale della Piet\u00e0. Er verwendete hier Instrumentenkombinationen, die sich in seinen \u201egro\u00dfen\u201c Konzerten nicht finden lassen, am h\u00e4ufigsten sind das Fl\u00f6te, Oboe, Violine und Fagott, obwohl er diese Kammerkompositionen dann sehr oft in die Form eines klassischen Konzerts umarbeitete. <em>La tempesta di mare<\/em>, <em>Il gardelino<\/em>, <em>La notte<\/em> \u2013 sie alle haben ihren \u201egr\u00f6\u00dferen\u201c Bruder. Die Interpretation der Kammerkonzerte erfordert gro\u00dfe spieltechnische F\u00e4higkeiten, da man darin immer eine Zeitlang Solist ist, dann wieder Teil des Ensembles. Diese bestimmte Art von Variabilit\u00e4t macht es f\u00fcr den Zuh\u00f6rer oft viel spannender als die gro\u00dfen Konzerte es sind. Vivaldi gab seinen Kammerkonzerten gerne aus heutiger Sicht programmatische Namen. \u201eBereits seit dem Mittelalter entstanden etliche klangmalerische Kompositionen. In dieser Zeit wurde mit dem Begriff <em>musica poetica<\/em> gearbeitet, was soviel hei\u00dft wie Worte und Rhetorik durch Musik darzustellen\u201c, erkl\u00e4rt Jakub Kydl\u00ed\u010dek. In <em>Il gardelino<\/em> ist auf diese Weise die ganze Zeit ein Stieglitz pr\u00e4sent: in punktierten Figuren, in Quartspr\u00fcngen oder Tonwiederholungen unter dem Bogen. Es ist weder die erste noch die letzte von Vivaldis Komposition, die den Gesang von V\u00f6geln imitiert, er verwendet beispielsweise auch die Nachtigall, den Kuckuck oder die Taube in den <em>Vier Jahreszeiten<\/em>. Nichts Unbekanntes \u2013 Barockkomponisten waren vom Vogelgesang fasziniert, in England wurden sogar Musikb\u00fccher mit dem Namen <em>Des Vogelf\u00e4ngers Freuden<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Im Konzert <em>La tempesta di mare<\/em> erwarten uns schnelle, die Wellen imitierende Passagen, in denen sich die damalige Sicht auf das Meereselement widerspiegelt \u2013 nicht als Schaum an der Wellenspitze, sondern als gesellschaftlich wichtiges Thema. \u201eIn seinem Werk <em>\u00dcber die Seele<\/em> beschreibt Aristoteles drei Arten von Menschen: die Lebenden, die Toten und das Meer. Der barocke Mensch verstand das Meer als \u00dcbergangsphase zwischen Leben und Tod. Es war sehr ernst f\u00fcr ihn, ich w\u00fcrde sagen, eine Lebensfrage, die wir heute mit einem Terroranschlag vergleichen k\u00f6nnen. Deshalb ist es definitiv nichts Idyllisches und Sch\u00f6nes, wenn Vivaldi einen Sturm beschreibt\u201c, sagt Jakub Kydl\u00ed\u010dek. Ebenso verstanden die Menschen im Barock die Nacht, was man im Kammerkonzert mit dem Beinamen <em>La notte<\/em> sch\u00f6n h\u00f6ren kann. Es ist auch in der Anzahl der S\u00e4tze au\u00dfergew\u00f6hnlich. \u201e<em>La notte<\/em> ist eine sehr wilde, unheimliche Musik, die auf und ab \u201afliegt\u2018, man findet eine Parodie auf das Opernrezitativ, lange klangmalerische Fl\u00e4chen im Teil <em>Il sonno<\/em>, und das ganze Konzert scheint kein Ende zu haben. Bemerkenswert ist Vivaldis Spiel mit der Zeit, viele Pausen, die die Spannung erh\u00f6hen. Der Fl\u00f6tist Giovanni Antonini sagt, dass die Fl\u00f6te hier eine verlassene Seele darstellt, um die D\u00e4monen in Form von Streichern schw\u00e4rmen\u201c, erkl\u00e4rt Jakub Kydl\u00ed\u010dek die Komposition. Die zweite Konzerth\u00e4lfte steht daher im Zeichen von Geistern und Naturelementen. Welch eine Erleichterung, dass zumindest die erste optimistisch ist! Sie wird dominiert von einer charmanten Adaption des <em>Fr\u00fchlings<\/em> aus den <em>Vier Jahreszeiten <\/em>vom franz\u00f6sischen Komponisten und Virtuosen auf einem Instrument namens Musette, <strong>Nicolas Ch\u00e9deville<\/strong> (1705\u20131782), der seine Bearbeitung jedoch ohne Vivaldis Wissen anfertigte und das Werk sogar schamlos als Antonio Vivaldi signierte. Angeblich, um die Ware besser verkaufen zu k\u00f6nnen. Tja, das Urheberrecht steckte damals noch in den Kinderschuhen. Das waren vielleicht Zeiten!<br>\n&nbsp;<\/p>\n<div class=\"container\">\n<div class=\"row show-grid\">\n<div class=\"col-sm-6 col-md-4-5 col-lg-1-5\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>In Zusammenarbeit mit<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/zf.mendelu.cz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><noscript><img decoding=\"async\" style=\"width: 80%;\" src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mendelu_ZF_logo_rgb.jpg\" alt><\/noscript><img decoding=\"async\" style=\"width: 80%;\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" alt data-src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mendelu_ZF_logo_rgb.jpg\" class=\" lazyload\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"col-sm-6 col-md-5-5 col-lg-1-5\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Winzer des Konzertes<\/h4>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vinarstvimaderic.cz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><noscript><img decoding=\"async\" style=\"width: 80%;\" src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/orez_maderic.jpg\" alt><\/noscript><img decoding=\"async\" style=\"width: 80%;\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" alt data-src=\"https:\/\/www.lvhf.cz\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/orez_maderic.jpg\" class=\" lazyload\"><\/a>\n<\/p><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konzertprogramm &nbsp; Antonio Vivaldi (1678\u20131741) Concerto da camera a-Moll RV 108 I. 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