Über das Programm 2021

Musikfestival Lednice|Valtice 2021 – die größte europäische Werkschau zum Schaffen Antonio Vivaldis im neuen Jahrtausend

 

Antonio-vivaldi

Eine Welt voller Verspieltheit und Leidenschaft, leichtem Flirt und beispielhafter Frömmigkeit, schlanker Silhouetten keuscher Mädchen aus dem Ospedale della Pietà oder Naturszenen, die an die sonnendurchfluteten Bilder Francesco Guardis erinnern. Das alles vereint die Musik des “Prete Rosso” – des roten Priesters Antonio Vivaldi, des italienischen Musikgenies aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in sich, dessen Musik den 6. Jahrgang des Musikfestivals Lednice|Valtice erfüllt. Es reisen Spitzenensembles aus Italien, Frankreich, Spanien und der Tschechischen Republik an, um Vivaldis Schaffen zu präsentieren, unter anderem das Ensemble Matheus mit Jean-Christophe Spinosi, der durch seine experimentellen Produktionen auf der Queen Mary II oder im New Yorker Central Park bekannt wurde, Europa Galante mit Fabio Biondi, Collegium 1704 mit Václav Luks, die Gruppe Accademia Bizantina mit dem französischen Gesangsstar Delphine Galou oder das Collegium Marianum mit Patricia Janečková. In seinem tschechischen Debüt erleben wir einen der meistverfolgten Künstler der Gegenwart, den polnischen Countertenor Jakub Józef Orliński. Das #LVMF2021 bietet die größte und komplexeste europäische Werkschau zu Vivaldis Schaffen im neuen Jahrtausend und wieder verbindet es klassische Musik mit architektonischen Kleinoden der Region Lednice-Valtice, die heuer 25 Jahre UNESCO Weltkulturerbe feiert. Festivaldramaturgen sind 2021 der spanische Violinist und Musikwissenschaftler Eduardo García Salas sowie der künstlerische Direktor des LVHF, Jiří Partyka.

 

Was über das Programm gesagt wurde

 

„Wir stellen Vivaldis reiches musikalisches Vermächtnis nicht nur in Form von Instrumentalkonzerten vor, sondern auch als Kammermusik, geistliche Musik und im Operngenre. Das Festival präsentiert mehrere neuzeitliche Wiederaufführungen, eingeschlossen Vivaldis Oper Farnace in der Fassung aus Pavia, zwölf tschechische Premieren und eine Reihe vivaldianischer Neuentdeckungen der letzten Jahre, zum Beispiel Sonaten aus der Dresdner Pisendel-Sammlung.“ (Jiří Partyka)

„Die Dramaturgie des 6. Jahrgangs reflektiert durchdacht den Genrereichtum in Vivaldis musikalischem Nachlass mit einem Akzent auf seine Verbundenheit zu tschechischen Ländern, insbesondere zum Grafen Wenzel von Morzin, Johann Josef von Wrtba oder Tommaso Vinciguerra, dem IV. Grafen von Collalto und San Salvatore, aus dessen „Collalto-Sammlung“ vier Konzerte in tschechischer Uraufführung erklingen, gespielt von Fabio Biondi und dem Ensemble Europa Galante.“ (Eduardo García Salas)

„Es geht dabei um extrem virtuose Kompositionen, welche den Stil der musique galante des zweiten Drittels des 18. Jahrhunderts schon erahnen lassen. Sie tragen eine große Portion Melancholie in sich, als würden sie nicht nur den Tod ihres Autors vorhersehen, sondern den Untergang einer ganzen musikalischen Epoche. Vivaldi erhielt in ihnen das Bild der Fülle und Komplexität seiner musikalischen Sprache aufrecht. Weit entfernt vom didaktischen Charakter vieler der Violinkonzerte, die er für seine Schüler am Ospedale della Pietà in Venedig schrieb, erfassen sie Vivaldis gesamtes Wissen über die Violine. „Ich würde sogar sagen, sie drücken Vivaldis eigene, sehr tiefe Beziehung zu diesem Instrument aus. Vollkommen, ausschöpfend, beispielhaft.“ (Fabio Biondi)