Hlohovec (Bischofswarth)

Räumlichkeiten des Kulturhauses Hlohovec

Adresse: Dolní konec 29, 691 43 Hlohovec

Tschechien

 

Die Ankunft der Kroaten in Valtice und das Geschlecht Liechtenstein

Die Ankunft der kroatischen Bevölkerung unter anderem im Gebiet des damals niederösterreichischen Valtice, war auf die Expansion der osmanischen Türken auf dem Balkan zurückzuführen. Nach der Eroberung Konstantinopels (heutiges Istanbul) 1453, Belgrads 1521 oder acht Jahre später nach der Bedrohung Wiens selbst, gelangt ein Teil der christlichen Balkanbevölkerung immer weiter in den Norden des Donau-Ufers. Ihre Ankunft wurde von den Liechtensteinern unterstützt, denn nach den Hussitenkriegen und den Kriegen mit dem ungarischen König Matthias Corvinus kam es zu einem Bevölkerungsrückgang und sogar zur Auslöschung mehrerer Dörfer in der Umgebung von Valtice. Darüber hinaus lernt die Valticer Linie der Herren von Liechtenstein die Probleme und Schicksale der Kroaten auch direkt an der türkischen Front kennen, da beispielsweise Hartmann I. von Liechtenstein (1475–1542) und seine Enkel Georg Erasmus (1547– 1591) und Georg Hartman II. (1562–1585) dort als Kommandeure der kaiserlichen Truppen dienten.

Es handelte sich hierbei jedoch um keinen einmaligen Vorgang, im Gegenteil. Die Ankunft auf Gut Liechtenstein in Valtice erfolgte in mehreren Migrationswellen. Bei der ersten kam es unter Hartman I. von Liechtenstein im Jahr 1533 zur Wiederherstellung des ehemals verfallenen Dorfes Poštorná und zur Gründung des heutigen Charvatská Nová Ves, zeitweise auch bekannt als Unter- und Ober-Kroatien (Under Krabattn a Obern Krabath). Während der zweiten Welle wurde unter seinem Enkel Hartman II. von Liechtenstein in den Sommermonaten des Jahres 1570 ein zweites Dorf neu gegründet – Hlohovec oder im lokalen Dialekt Lohohec. Im Gegensatz zu Poštorná wurde die untergegangene Gemeinde Aloch Charvát nicht wiederhergestellt, für eine neue Gemeinde wählten sie stattdessen einen Ort bei den bereits gebauten Teichen von Lednice. Ihr Name bezog sich damals nicht auf die ursprünglich vom Balkan neu angesiedelte slawische Bevölkerung, sondern basierte auf dem Namen eines Ortes, der im Mittelalter den Bischöfen von Passau gehörte.

Miroslav Geršic, Historiker

 

 


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