SCHLOSS MIKULOV (NIKOLSBURG)

Bereits vom Ende des 11. Jahrhunderts stammen archäologische Funde, welche die Gegenwart einer kleineren Burg auf dem nikolsburger Hügel belegen. Der Bau diente vermutlich als territorialer Verteidigungspunkt an der neu entstandenen mährisch-österreichischen Grenze. Scheinbar auf Anregung Přemysl Otakars I. oder seines Bruders, Vladislav Heinrichs, Markgraf von Mähren, wurde im 13. Jahrhundert auf den Kalksteinklippen über dem Dorf eine steinerne Burg errichtet. 1249 überlies der mährische Markgraf, der spätere König Přemysl Otakar II., Mikulov Heinrich von Liechtenstein. Mit dem Namen eben dieses ursprünglich steirischen Adelsgeschlechts ist die mittelalterliche Geschichte der Burg eng verbunden. Der am besten erhaltene gotische Raum der Burg ist die achteckige Kapelle aus dem Jahre 1380. Den Liechtensteinern gehörte Mikulov bis 1560, als es für kurze Zeit von der Kereczényi Familie erworben wurde. Seit 1575 gehörte sie dem Geschlecht Dietrichstein, in deren Besitz sie bis Ende des zweiten Weltkriegs blieb. Unter Kardinal Franz von Dietrichstein (1570-1636) verwandelte sich die nüchterne Festung Mikulov in einen repräsentativen Renaissance-Fürstensitz. Weitere grundlegende Umbauten des Schlosskomplexes wurden im 18. Jahrhundert nach dem großen Stadtbrand von 1719 unternommen. Im Rahmen der Rekonstruktion wurde unter anderem das ehemals barocke Theater umgebaut, welches bis heute als historische, 11000 kostbare Buchbände zählende, Bibliothek dient.  Der zweite Weltkrieg schrieb sich auf tragische Weise in die Geschichte des Nikolsburger Fürstenguts ein. Am Ende des Krieges, während der Befreiungskämpfe, brannte das Schloss am 22. April 1945 erneut nieder. Der Bau wurde in den 50er Jahren sorgfältig und mit Rücksicht auf das ursprünglich barocke Interieur restauriert. Heute kümmert sich um den Schlosskomplex das Regionalmuseum in Mikulov, welches seinen Sitz direkt vor Ort hat.


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