REITHALLE VON SCHLOSS LEDNICE (EISGRUB) – MEHRZWECKZENTRUM

Im Jahr 1560 verlor der Liechtensteiner Georg Hartmann I. das verschuldete Lehen Mikulov (Nikolsburg). Im selben Jahr erlangte jedoch sein direkter Nachkomme aus der Feldsberger Linie des Geschlechts, Hartmann II. (1544–1585) das Gebiet Lednice (Eisgrub). Reithallen hatten bereits unter Kaiser Maximilian II. eine große Bedeutung. In unmittelbarer Nähe von Adelssitzen entstanden sehr weitläufige Objekte zum Zweck der Pferdezucht, die zu Barockzeiten als Symbol für Ansehen, Reichtum und Macht galt.

So gehörten Reitställe unabdinglich zu den Residenzräumen herrschender Familien. Bereits in der Renaissance wurden sie als repräsentative Adelsbauten betrachtet. Das war auch in Lednice nicht anders, dem Sommersitz des Fürstengeschlechts der Liechtensteiner. Die Vorstellungen von Fürst Karl Eusebius von Liechtenstein wurden mit einem Projekt umgesetzt, das Johann Bernhard Fischer von Erlach in den Jahren 1687 bis 1688 an der Ostseite des Schlosses zu bauen begann.

Ursprünglich hatte dieser einen Bau mit viereckigem Grundriss auf der Linie der alten Ställe vorgeschlagen. In den Jahren 1690 bis 1691 zog Fürst Johann Adam von Liechtenstein jedoch den italienischen Projektanten Domenico Martinelli hinzu und dieser korrigierte die Pläne dem Zeitgeist entsprechend. Der vierte Flügel wurde nicht realisiert, erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden zwei kleinere Flügel an den West- und Ostflügel angebaut, wodurch das Bauwerk räumlich abgeschlossen wurde.

Der Komplex der Reithallen bildet den ältesten im Original erhaltenen Teil des Schlossareals von Lednice.

Die Gebäude der Reitställe befinden sich am westlichen Rand des Geländes und schließen sich am Ort des ehemaligen „Jagdhofes“ an. Dabei handelt es sich um drei Hauptflügel, die um zwei kurze Flügel an der Nordseite erweitert wurden. So entstand ein etwa quadratischer Vorhof, der durch drei Tore betreten werden kann – durch ein monumentales Dreifachtor und einen Säulengang im Südflügel mit zwei analogen, gegenüberliegenden einfachen Toren, die die hohen Giebel im West- und Ostflügel betonen.

An den Seiten der Giebel befinden sich mit Spiralformen verzierte geschwungene Flanken, die bis zu den Sockeln der Statuen reichen (immer paarweise – über dem Westtor Herakles und Hebe, Apollon und Artemis, über dem Südtor Poseidon und Aphrodite, Zeus und Hera, und über dem Osttor Europa und Asien, Afrika und Amerkika). Auf dem ebenen Abschnitt des Vordachs (über den Pilastern) befindet sich ein Vasenpaar mit Pferdekopfmotiven. Die quaderförmigen Pilaster tragen Reliefe mit den Wappen der Liechtensteiner, auf der Oberfläche des Giebels befinden sich plastische kreisförmige Einrahmungen.

Das Mehrzweckzentrum von Schloss Lednice bietet etwa 300 Plätze. Diese Räume sind Teil des nationalen Kulturdenkmals Schloss Lednice. Der historische Wert des gesamten Objekts lässt sich nicht beziffern. Am 7. Dezember 1996 wurde es auch auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen.

5. 10. / Fr / 19:00
4. FESTIVALKONZERT | VIOLINE VÁCLAV HUDEČEK

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