SCHLOSSKAPELLE VALTICE (FELDSBERG)

Zur Regierungszeit des Fürsten Josef Johann Adam von Liechtenstein (1721–1732) war der Aufbau der Residenz in Valtice (Feldsberg) das wichtigste architektonische Projekt für dieses Adelsgeschlecht. Teil des Schlosses ist eine Barockkapelle, die zu den schönsten im ganzen heutigen Tschechien gehört. Antonio Beduzzi, der damalige Hofarchitekt der Liechtensteiner Fürsten, errichtete dieses Barockjuwel von 1726 bis 1729. Der berühmte italienische Baumeister bezog in die Arbeit auch Anton Ospel ein. Er entwarf die Kapelle nicht nur, sondern schmückte sie auch selbst mit Fresken aus, die er harmonisch mit der bildhauerischen Gestaltung der Innenräume abstimmte. Im Jahr 1728 wurde eine einzigartige Orgel eingebaut, das größte erhaltene Werk des Wiener Meisters Anton Walter. Auch nach knapp drei Jahrhunderten erinnert das Instrument mit seinem einzigartigen Klang an die großartigen Versuche der Liechtensteiner Fürsten, Kunst und Glauben in ihrem Leben zu vereinen. Das Altarbild zeigt die Anbetung der Hirten und ist eine Kopie eines Werks des Malers Guido Reni aus Bologna. Es zeigt, wie sich die Kunsttradition aus Bologna im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts im Bereich der Innenarchitektur auch nördlich der Alpen durchsetzte. Die Kapelle des Schlosses Valtice gehört zweifellos zu den wertvollsten Werken mitteleuropäischer Barockkunst.

 

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