NEUGOTISCHE KIRCHE MARIÄ HIMMELFAHRT IN BŘECLAV–POŠTORNÁ (Unterthemenau).

Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Einwohner von Poštorná (Unterthemenau), Fürst Johann II. von Liechtenstein um den Bau einer neuen Kirche zu bitten, die das nicht mehr ausreichende Gotteshaus (laut Pfarrchronik im Jahr 1339 errichtet und im Jahr 1570 erneut erwähnt) ersetzen sollte. Die alte Kirche, die fast genau an der gleichen Stelle gestanden hatte wie die neue, wurde nicht gut unterhalten und zerfiel langsam. Fürst Johann II. (genannt der Gute) von Liechtenstein erhörte die Bitten und investierte in den Neubau 250.000 Goldmünzen.

Die neugotische Kirche, einschließlich der gesamten Inneneinrichtung, der Sakristei und dem Kreuz an der Stirnseite aus dem Jahr 1902, entwarf der damalige Hofarchitekt der Liechtensteiner Karl Weinbrenner. Bereits im Jahr 1884 trat er in den Dienst des Fürsten Johann II. und verblieb dort mehr als ein Vierteljahrhundert. Er leitete die fürstliche Baubehörde in Lednice (Eisgrub), wo er auch eine Reihe von Wohn- und Verwaltungsgebäuden entwarf und umsetzte und so das Erscheinungsbild der Gemeinde nachhaltig prägte. Der Stil von Weinbrenners Entwürfen reichte von Einflüssen des späten Historismus bis zum späten Jugendstil anglikanischer Prägung.  Seine Pläne billigte der Fürst im Jahr 1893, doch der Grundstein wurde erst am 24. Juni 1895 gelegt, die Einweihung fand am 3. Juli 1898 statt. Das Hauptgebäude aus rohem Mauerwerk gilt als gotisch. Den Altar und den Kreuzweg schuf der tiroler Künstler Ferdinand Stuflesser.

Weitere Statuen gestalteten unbekannte Wiener Bildhauer. Im Jahr 1940 wurde die Einrichtung der Kirche um Statuen der Heiligen Franz von Assisi und Antonius von Padua ergänzt, die Heřman Kotrba geschaffen hatte. Die Kirchenfenster sind dem Stil nach zu schließen wahrscheinlich das Werk eines unbekannten Künstlers der Münchner Schule. Im Eingangsbereich befindet sich ein Chorraum, der teilweise in den Raum des Kirchenschiffes hineinragt. Das Presbyterium ist ungewöhnlicherweise nach Südwesten ausgerichtet, weil die Hauptfront der Kirche zur Einmündung der Straße nach Břeclav zeigt. An das achteckige Schiff grenzt ein fünfeckiger Altarraum mit Sakristei und auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Eingangsportal mit einem Giebel, der auf jeder Seite einen poligonalen (mehreckigen) Glockenturm hat.

Über dem Eingang in die Kirche befindet sich eine Statue des segnenden Jesus Christus in Überlebensgröße von Josef Beyer, der auch die malerische Gestaltung der Innenräume übernommen hat. Die Kirche ist unter anderem auch wegen des verwendeten Baumaterials beachtenswert, denn dazu zählen Ziegel aus den örtlichen Keramikwerken (der fürstlichen Ziegelei). Für den Bau wurden 200 verschiedene Arten von Ziegelsteinen, Pflastersteinen, und Formziegeln sowie glasierte und keramische Beläge verwendet. Den Bau führte die Wiener Firma Josef Schmalzhofer durch. Karl Weinbrenner setzte auch andere Sakralbauten um – zum Beispiel in der Gemeinde Ladná und im österreichischen Katzelsdorf. In Poštorná baute Karl Weinbrenner außer der Kirche auch die in der Nähe gelegene Pfarrei, die Schule und das Ärztehaus. Bei der Planung des Projekts ließ er sich von der Wiener Kirche Maria vom Siege (Architekt Friedrich von Schmidt) inspirieren.

7. 10. / So / 18:00
6. FESTIVALKONZERT | DIE SIEBEN LETZTEN WORTE UNSERES ERLÖSERS AM KREUZE

Karten kaufen: