SCHLOSSKIRCHE DES HL. JAKOB DES ÄLTEREN, LEDNICE (EISGRUB)

Der erste Vorgänger der heutigen Schlosskirche, ausgeführt im gotischen Stil, wurde im Jahr 1426 durch die Hussiten zerstört. Die neue Pfarr- und Schlosskirche wurde im Jahr 1495 erbaut und dem hl. Jakob dem Älteren geweiht. Bei der Schlosserweiterung im Jahr 1731, musste sie jedoch dem Ausbau weichen und an ihrem heutigen Standort wurde eine neue Kirche errichtet. In die Mauer neben dem Eingang wurden die Grabsteine Jans von Liechtenstein aus dem Jahr 1522, Hartmanns von Liechtenstein und der seiner Frau aus dem Jahr 1579 eingesetzt, um die Altertümlichkeit der Gebäude zu betonen.

Von 1554-1600 betrieb die Kirche die Böhmischen Brüder Gemeinde. Im Jahr 1600, unter Karl I. von Liechtenstein, wurde die Kirche dann wieder katholisch. 1616 wurde eine in Znojmo (Znaim) gegossene Glocke angeschafft, die sich bis heute im Kirchturm befindet.

Eine Statue über dem Eingangsportal stellt die Jungfrau Maria auf einer Mondsichel stehend dar – ein Symbol der Reinheit. Zu ihrer Rechten steht der hl. Method mit Patriarchenkreuz und Buch, zu ihrer Linken der hl. Franz von Paola, der Begründer des Ordens der Paolaner. Die Skulpturen stammen vom Bildhauer Franz Högler.

Man betritt die Schlosskirche einen Vorraum, ein wahres Kleinod, über dem sich ein wertvolles Relief aus dem 15. Jahrhundert befindet, es stellt den Tod der Jungfrau Maria dar. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, unter Alois II. Josef von Liechtenstein (1796-1858), wurden das Schloss und seine Kirche nach Plänen des Architekten Georg Wingelmüller im neugotischen Stil zu seiner heutigen Gestalt umgebaut. Die Verzierungen korrespondieren mit denen am Schloss, die Mauern sind reich mit Violen, Wasserspeiern, Maßwerk und weiteren Elementen geschmückt. Hinter dem Altar war ursprünglich ein Gemälde von Petr Brandl, später wurde es jedoch durch einen neugotischen Flügelaltar mit einem Gemälde von Franz Ittenbach aus dem Jahr 1856 ersetzt, welches die hl. Familie darstellt. Links vor dem Presbyterium steht eine hölzerne Kanzel. An den Mauern des Kirchenschiffs befinden sich Steinreliefs der Gebrüder Angler aus dem Jahr 1856, auf welchen der Kreuzweg abgebildet ist. Das monumentale steinerne Kruzifix mit dem gekreuzigten Jesus ist ein Werk von Josef Klieber aus den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Kirche wurde am 5. Oktober 1858 durch den sechsten Brünner Bischof Antonín Ernst von Schafgotsch geweiht. Vom Fürstenappartement der ersten Schlosstage aus kann man in das Kircheninnere einsehen. Es diente nicht nur der fürstlichen Familie, sondern auch den örtlichen Pfarrern. Über dem Fürstenchor befindet sich ein Stern-Gewölbe, über dem Kirchenschiff ein Netzgewölbe. Die Kirchorgel ist  außergewöhnlich wertvoll und heute um die 430 Jahre alt. Zur linken Seite des Eingangs befindet sich eine Reliquie – ein Stein vom Berg Oreb, auch genannt Sinai, von dem Ort also, an welchem Gott Moses die Zehn Gebote überreichte, welche von Juden wie Christen als ethisches Grundlage betrachtet werden.

29. 09. / Sa / 19:00
1. FESTIVALKONZERT | ERÖFFNUNGSFESTKONZERT

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