KIRCHE DER GEBURT DER JUNGFRAU MARIA, VELKÉ BÍLOVICE (GROß BILLOWITZ)

Im Jahr 1417 erlangten die Liechtensteiner als eines der mächtigsten Geschlechter Südmährens die Herrschaft über die Gemeinde Groß Billowitz. Vom Jahr 1536 an gehört das gesamte Herrschaftsgut Břeclav für beinahe 100 Jahre dem nicht weniger gewichtigen Geschlecht der Zierotiner, welches sich ebenfalls unauslöschlich in die Geschichte Südmährens eingeschrieben hat. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1640 wurden Nichtkatholiken – in Groß Billowitz vor allem Habaner und Mitglieder der Böhmischen Brüder Gemeinde  – systematisch aus dem Land vertrieben und die Gebetsräume der Böhmischen Brüder standen lange Zeit leer und verfielen. Als dem Gebäude aus dem Jahr 1564, vom damaligen Gutsbesitzer Jan dem Jüngeren von Zerotin errichtet, bereits der Verfall drohte, entschied Fürst Josef Wenzel von Liechtenstein im Jahr 1765, das Gebäude zu rekonstruieren und lies es nach ursprünglichen Grundrissen des Bauwerks wiedererrichten. Die Kirche der Geburt der Jungfrau Maria ist von barocker Form, zweifellos wurden aber die alten Fundamente genutzt, wovon zum Beispiel die Gruft unter dem Presbyterium zeugt. Es ließ sie einer der Hauptakteure des Ständeaufstandes und Anführer der Schlacht am Weißen Berg, Ladislaus Velen von Zerotin (1581-1638), errichten und wahrscheinlich ist er auch, gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter in ihr begraben. Eine weitere Erinnerung an die ursprüngliche Renaissancekirche  ist die Votivtafel seines Vaters, Jans des Jüngeren von Zerotin und seiner Frau Kunegund von Boskowitz. Die Tafel, platziert am Eingang auf der linken Seite des Vorraums unter dem Turm, ist handwerklich reich gestaltet, mit den Wappen beider Eheleute und teilweise erhaltenen Inschriften. Die Kirche ist ein einschiffiger Bau, im Osten mit einem polygonalem Presbyterium und an der Südseite von einer länglichen Sakristei abgeschlossen. An der Nordseite des Presbyteriums liegt eine Etagenkapelle mit Wendeltreppe auf der Westseite an. Vor der Westfront tritt in der Achse ein mächtiger hoher vierkantiger Turm mit dem Haupteingang der Kirche hervor, in der Ecke der Südseite des Turms befindet sich ein halbrunder Treppenhausturm, von einem flachen Dach auf dem Hauptsims abgeschlossen. Der Turm ist überdacht von einer vierkantigen Pyramide und gekrönt von einem Kuppelkreuz.

Das Gemälde am Hauptaltar stellt die Geburt der Jungfrau Maria dar und wurde im Jahr 1784 geweiht, die Skulpturen auf dem Altar stammen aus dem 19. Jahrhundert . Die ursprüngliche Orgel aus dem Jahre 1785 wurde im Jahr 1952 durch eine neue ersetzt, an der Spitze der Orgelpfeifen sitzt das Wappen des Adelsgeschlechts von Liechtenstein.

6. 10. / Sa / 18:00
5. FESTIVALKONZERT | GEISTLICHE MUSIK

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